K.R. ~ Liebe (aus: Texte für Kirsten, 1982)

Liebe Liebe2

 

Ich muss wieder nachdenken, über die Liebe. Ich denke länger nach. Ist Liebe gut oder schlecht? Darauf würde ich teils-teils antworten. Es gibt viele Arten der Liebe. Die gute ist die Gegenseitige, die, bei der es zwei sich liebende Menschen empfinden, unabhängig davon, ob sie zusammen sind, oder nicht.

Ich empfand das Gefühl als sehr schön, es verbindet fest miteinander. Jedoch möchte ich hier mehr zu einer Art Liebe schreiben, die ich als einseitige Liebe bezeichnen möchte. Ich möchte darüber schreiben, weil ich sie erlebte.

Sie zog sich über zwei bis drei Jahre hinweg, und war -ja fast- das schönste, was ich in meinem Leben je erlebte.

Es gab da ein Mädchen, sie war auf meiner Schule, und sie hieß K. Sie fiel mir ganz plötzlich auf, ich sah sie an, betrachtete sie lange, und ich fand sie hübsch. Es gibt nun Menschen, die zu diesem Zeitpunkt versuchen, sie kennen zu lernen, doch ich dachte damals völlig anders. Ich war der Überzeugung, Zeit sei einer der wichtigsten Punkte bei einer Freundschaft.

Mir fiel sie dann immer öfter auf und sie gefiel mir von Blick zu Blick immer besser. Ich schaute sie öfter an und dadurch fiel ich ihr auf. Sie schaute irgendwann zurück und da traf es mich. Mit der Zeit entwickelte sich sogar eine Blick – Liebe. Sobald ein Blick, eine Aufmerksamkeit nicht erwidert wird, so wird die Entwicklung gehemmt, aber sie bleibt fast immer bestehen!

Man kommt sich jeden Tag etwas näher, jeder Blick führt einen näher an den anderen heran. Dies kann dann drei Monate, drei Jahre oder noch länger dauern.

Ich sah sie zum ersten Mal im Schwimmbad. Sie sah wundervoll aus, ihre hübsche Figur, ihre langen braunen Haare haben mich damals tief beeindruckt. Von da an sah ich sie fast zwei Jahre lang an. Es traf mich tief ins Herz. Ich hatte nur noch sie im Kopf. Jedes andere Mädchen , das ich kennenlernte war Luft für mich im Vergleich zu ihr. So fand ich und finde ich noch jetzt  –  fast. Ich wartete auf eine Möglichkeit, die im Winter kommen sollte, ihr meine Gefühle zu zeigen. Bei einer Schneeballschlacht berührte ich sie zum ersten Male, und ich hätte zu diesem Zeitpunkt gesagt, ein schönener Moment wird niemals kommen; ich hielt sie in den Armen und fand es schön, so fühlte ich es und sie stimmte zu, indem sie sich tief einkuschelte. Von da an lernten wir uns zwar besser kennen, doch es wurde niemals mehr. Nachher war es so, dass ich sie zwei weitere lange Jahre liebte und kein anderes Mädchen kennenlernen wollte. Ich liebte sie unendlich tief und unendlich lange und ich liebe sie in gewisser Weise auch noch heute.

K.R. Liebe

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