Sätze I (aus: Texte I, 1982)

 

 

Was man nicht versteht, besitzt man nicht. ( Ich )

Jeder Mensch hat einen bestimmten Kreis. Je kleiner sein Reich, desto konzentrierter seine Kraft!  ( Goethe )

Wer auf bisher unbekannte Weise langweilig ist, gilt als amüsant. ( Ustinov )

Mit Zeitpunkten verdirbt man sich das Leben! ( Ich )

Miss die Gefühle am Leid, welches du durch sie erleidest ( Ich )

Liebe nicht ohne Wunsch nach Liebe. ( Ich )

Die, die man liebt, belügt man nicht, und die, die man halb liebt, belügt man halb. ( Ich )

Lasse das Leben nie zur Gewohnheit werden. ( Ich )

„Was gut war, endet gut!“  –  Was steckt darin?  „Was gut endet, war gut!“ ( Ich )

Tiere lieben ohne Lüge!  (Hm?)

 

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Indien (aus: Texte V, 1983)

Indien

 

Oft habe ich mir in letzter Zeit vorgestellt, wie verschieden die einzelnen Völker sind, wie zum Beispiel die Franzosen mit dem Stress umgehen. „Was nicht jetzt klappt, klappt später!“ Ich glaube, ich finde unter einem anderen Volk vielleicht eher ein Mädchen, das zu meinem Charakter passt. Ich würde gerne mal eine Ausländerin kennenlernen. Aus welchem Land, spielt keine Rolle. Ich könnte mir gut vorstellen, dass ich dabei eine Mentalität finde, die mit meiner viel eher harmoniert, dass ich dabei etwas finde, an Gedanken, an Arten zu denken, und was noch viel wichtiger ist, zu empfinden, in denen ich die Erfüllung meiner Empfindungen fühle.

Es kommt natürlich auf den Menschen an, und sicher gibt es auch Deutsche, die so denken, so fühlen, wie ich es tue oder vielleicht erwarte, wie es zu mir passt, aber vielleicht unter Araberinnen, Inderinnen oder einem Mädchen aus Sri Lanka oder Portugal eher.

Noch wichtiger ist, Mädchen zu entdecken, und nicht von ihnen zu erwarten; ich müsste den Menschen offener gegenüber stehen, nicht so abschätzend und vorurteilsvoll. Einfach zu versuchen, den Menschen zu erobern, zu entdecken, sich ihn entfalten lassen, denn um von ihm zu gehen, ist immer Zeit. Aber erst mal kennen lernen und die Mentalität entfalten lassen, in türkisch oder indisch?

K.R. ~ Liebe (aus: Texte für Kirsten, 1982)

Liebe Liebe2

 

Ich muss wieder nachdenken, über die Liebe. Ich denke länger nach. Ist Liebe gut oder schlecht? Darauf würde ich teils-teils antworten. Es gibt viele Arten der Liebe. Die gute ist die Gegenseitige, die, bei der es zwei sich liebende Menschen empfinden, unabhängig davon, ob sie zusammen sind, oder nicht.

Ich empfand das Gefühl als sehr schön, es verbindet fest miteinander. Jedoch möchte ich hier mehr zu einer Art Liebe schreiben, die ich als einseitige Liebe bezeichnen möchte. Ich möchte darüber schreiben, weil ich sie erlebte.

Sie zog sich über zwei bis drei Jahre hinweg, und war -ja fast- das schönste, was ich in meinem Leben je erlebte.

Es gab da ein Mädchen, sie war auf meiner Schule, und sie hieß K. Sie fiel mir ganz plötzlich auf, ich sah sie an, betrachtete sie lange, und ich fand sie hübsch. Es gibt nun Menschen, die zu diesem Zeitpunkt versuchen, sie kennen zu lernen, doch ich dachte damals völlig anders. Ich war der Überzeugung, Zeit sei einer der wichtigsten Punkte bei einer Freundschaft.

Mir fiel sie dann immer öfter auf und sie gefiel mir von Blick zu Blick immer besser. Ich schaute sie öfter an und dadurch fiel ich ihr auf. Sie schaute irgendwann zurück und da traf es mich. Mit der Zeit entwickelte sich sogar eine Blick – Liebe. Sobald ein Blick, eine Aufmerksamkeit nicht erwidert wird, so wird die Entwicklung gehemmt, aber sie bleibt fast immer bestehen!

Man kommt sich jeden Tag etwas näher, jeder Blick führt einen näher an den anderen heran. Dies kann dann drei Monate, drei Jahre oder noch länger dauern.

Ich sah sie zum ersten Mal im Schwimmbad. Sie sah wundervoll aus, ihre hübsche Figur, ihre langen braunen Haare haben mich damals tief beeindruckt. Von da an sah ich sie fast zwei Jahre lang an. Es traf mich tief ins Herz. Ich hatte nur noch sie im Kopf. Jedes andere Mädchen , das ich kennenlernte war Luft für mich im Vergleich zu ihr. So fand ich und finde ich noch jetzt  –  fast. Ich wartete auf eine Möglichkeit, die im Winter kommen sollte, ihr meine Gefühle zu zeigen. Bei einer Schneeballschlacht berührte ich sie zum ersten Male, und ich hätte zu diesem Zeitpunkt gesagt, ein schönener Moment wird niemals kommen; ich hielt sie in den Armen und fand es schön, so fühlte ich es und sie stimmte zu, indem sie sich tief einkuschelte. Von da an lernten wir uns zwar besser kennen, doch es wurde niemals mehr. Nachher war es so, dass ich sie zwei weitere lange Jahre liebte und kein anderes Mädchen kennenlernen wollte. Ich liebte sie unendlich tief und unendlich lange und ich liebe sie in gewisser Weise auch noch heute.

K.R. Liebe

Worte an den Tod (aus: Texte VI, 1983)

Worte an den Tod

Worte an den Tod2

 

Oft denke ich an ihn, weil er so bewundernswert ist, weil er so endgültig erscheint, denn nichts kann ihn umgehen, nichts kann ihn überdauern. Es gibt viele Kämpfe mit ihm, doch am Ende bleibt er immer Sieger, weil alles was entsteht, auch irgendwann vergeht.

Und die Menschen, was wollen sie gegen ihn tun, wo doch feststeht, dass er uns eines Tages findet, um uns für einige Zeit in seinem Reich zu halten. Er ist so unüberwindlich für unsere Erdenkörper, jedoch nicht für die Seele.

Mit ihm endet alles, was das Recht hatte, entstanden zu sein, und die Erklärung liegt in ihm verborgen, die Erlösung für den Menschen auf dieser Welt zu verweilen, für einen Zustand eines Augenblicks.

Ich mag ihn, und ich weiß, dass diese Zuneigung zu ihm für einen Menschen ungewöhnlich ist, doch es ist mit den Augen der Seele gesehen eine Schande, ein Mensch zu sein. Gedanken zu haben, die nicht ausschließlich an das Leben gebunden sind, sondern im Reiche des Todes umher kreisen. Was ist das Leben im Vergleich zum Tode, was für ein Sinn steckt im Leben? Was für eine unumstößliche Tatsache beinhaltet das Leben? Jeder Mensch ist ein Sandkorn in der Wüste, und die Wüste hat nur die Aufgabe sich selbst zu erhalten. Oder ein Zeichen zu setzen?

Der Tod befreit, erlöst, verschont, entsagt, und er trennt, verbannt, reißt auseinander, ja stiehlt. Nichts kann ihn aufhalten, nichts ist so sicher und bestimmt, wie der Tod, und das ist seine Erscheinung, die ihn zum Objekt der Angst machte.

Ihn zu akzeptieren heißt ihn zu verstehen und mit ihm leben; so, wie das gesamte Leben nur ein Kampf ist, muss der Kampf mit dem Tod nicht sein, denn er kommt, wenn es Zeit ist. Wenn nicht, so spürt man nur seinen Hauch, der eine Vorahnung auf die Zeit zulässt.

Das Gesetzt des Todes ist ein Gesetz der absoluten Vollkommenheit, der unendlichen Ewigkeit.

Und der Mensch hat über Leben und Tod seines eigenen Körpers selbst zu bestimmen! Er muss wissen, wann der Zeitpunkt seines Todes gekommen ist, und es muss ihm freistehen, seinem Leben selbst ein Ende zu setzen. Denn der Mensch gehört sich selbst, genau so, wie seine Seele, die unsterblich ist.

Hilfe (aus: Texte für Claudia D., 1983 Songtextübersetzung)

Hilfe

 

Ein Herz kann so leicht gebrochen werden, es ist so empfindlich, wie nichts anderes. Nichts, als das Herz, das man vielleicht als ein Teil der Seele ansehen kann, ist fähig, Liebe, als einzigen Sinn des Lebens zu empfinden. Die Liebe, nur ein Ausschnitt aus dem Leben, sie ist für mich das wichtigste.

Manchmal findet man keinen Sinn für das ein oder andere, doch es ist immer einer da. Schöne Dinge kommen und gehen, doch die Liebe bleibt. Zu leben für die Liebe ist nicht leicht, doch ich glaube, sie ist der einzige Wert. Liebe, Licht in der Dunkelheit, Sonne, die den Regen vertreibt.

Es gab Wege, welche ich entlang ging, es war oft so still und einsam ohne dich. Darf ich dich führen, der Weg den ich sehe, es ist der Richtige für dich. Darf ich dein Kapitän sein, durch die stürmische See, der Weg, den du siehst, er ist ein Teil meiner Treue zu dir. Darf ich dein König sein, ich könnte der Friede in deinem Gewissen sein. Der Weg, den ich sehe, es ist der sanfteste für dich, ich zeige ihn dir.

Ich möchte gern dein Bruder sein, wenn du einen Freund brauchst. Der Weg, den ich sehe, und du siehst, es ist der, der für uns geebnet ist.

Ich würde deine Rettungsleine sein, wenn dein Schiff beginnt zu sinken. Der Weg, den du siehst, ist der Weg des Verständnisses.

Ich möchte dein Partner sein, für immer, auch die dunkelsten Nächte, in denen ich deinen Schutz und deine Wärme brauche, auf dem Weg zu uns.

 

 

Liebe und Hass (aus: Texte V, 1983)

mies-vandenbergh

mies-vandenbergh

 

Viele Menschen verstehen nicht den Zusammenhang zwischen Liebe und Hass. Vielleicht verstehe ich ihn manchmal selbst nicht so richtig. Glaubst du, dass du ihn verstanden hast? Es ist nicht leicht.

Liebe ist genauso eine Empfindung, wie es Hass ist. Erst gleichgültig zu sein heißt keine Gefühle mehr zu verursachen. Ich habe Freundschaften erlebt, in denen sich Liebe in Hass umgewandelt hat. Die Zeit des Hasses kam nach der Zeit der Liebe, oft übergangslos. Tatsächlich endete diese Gefühlsumwandlung in Gleichgültigkeit. Und ich muss sagen, leider!

Die Gründe für den Wandel sind unerheblich, doch sie haben meist die selbe Grundlage. Diese kann man aber nur fühlen, so glaube ich.

Es ist schade, dass ich solche Empfindungen nachher richtig nachempfunden habe. Ich sah sie manchmal sogar als Unrecht an, vielleicht kann man von einer Verblendung der Gefühle sprechen. Man sollte doch auf seine innersten Gefühle hören, denn die Liebe liegt tiefer!

Zeit (aus: Texte VI, 1983)

mies-vandenbergh

mies-vandenbergh

 

Zeit, Zeit für irgend etwas, Zeit für sich, Zeit zum Nachdenken, Zeit zum Ausspannen, Zeit zum Ordnen, Zeit zum Säubern, Zeit zum Verstehen, einfach Zeit. Zeit ist immer. Zeit davor, Zeit danach, Zeit dazwischen, Zeit anstatt, Zeit obwohl. Zeit muss man nutzen, viel Zeit, wenig Zeit. Die Zeit bleibt gleich, nur die Aufgaben ändern sich, sie nehmen verschieden viel Zeit in Anspruch; die Zeit für Aufgaben ist dehnbar, sie ist jedoch genauso komprimierbar. Zeit zu gewinnen ist einfach, Zeit zu verschwenden einfacher. Sich Zeit zu nehmen ist manchmal wichtiger, öfter, als man denkt. Zeit zu genießen ist schwer, für viele ein Ding der Unfähigkeit, als Ausrede die Unmöglichkeit.

Es fehlt die Zeit, um nichts als zu sehen, um nichts als zu hören, um nichts als zu empfinden.

Die Zeit bleibt, ihr Fortlauf bleibt gleich, die Sekunden sowie die Jahre. Die Zeit geht nicht vorbei; ein Zustand, ein Intervall geht vorbei. Nicht die Zeit dehnt sich, ein Verhältnis ändert seinen Bezug zur Zeit. Gesteuert wird nicht durch die Zeit, nur durch einen selbst. Zeit ist immer, wenn man nur will.

Ende ohne Anfang (aus: Texte für Kirsten, 1980)

mies-vandenbergh

mies-vandenbergh

 

Ich war verliebt in sie. Ich war bereit, fast alles für sie zu tun. Mir war nichts wichtiger, als ihr auf irgendeine Weise zu zeigen, was ich für sie empfand. Doch ich wusste nicht, wie ich es machen sollte. Mir fiel es so schwer, wie nichts anderes zuvor. Aus Angst habe ich Fehler gemacht, viele Fehler, die ich schwer bezahlt habe.

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, als ich sie traf. Als ich in ihrer Nähe war, war ich von ihrer Ausstrahlung so beindruckt, dass ich fast nicht ganz anwesend war.

Als ich mit ihr zusammen war, suchte ich in ihren Worten immer nach Hinweisen, die darauf schließen lassen konnten, dass sie mich nett fand. So legte ich jedes ihrer Worte auf die Goldwaage und vergaß, ich selbst zu sein. Ich dachte über alles nach und machte mir Sorgen und Probleme, wo es doch gar nicht notwendig war. Ich hatte Angst zu sagen, was ich dachte, aus der Angst eben, es könnte etwas falsches sein, und sie würde sich von mir abwenden. So hatte ich ihr keine Möglichkeit gegeben, mich so kennen zu lernen, wie ich bin, und sie ging, ohne dass sie (ICH) da war.

Weil ich Angst hatte, ich selbst zu sein!

Wer? (aus: Texte für Martina, 1981)

Wer

Wer2

Seit langer Zeit suche ich jemanden, zu dem ich Vertrauen haben kann, der mich versteht und ehrlich ist, der Vertrauen zu mir hat und offen ist. Und wichtig, sehr wichtig ist es, dass dieser Mensch Zärtlichkeit besitzt, sehr viel, denn sie ist so bedeutend, wie wenig anderes.

Was sagst du dazu? Hast du Verständnis dafür? Besteht die Liebe nicht aus Vertrauen, Offenheit und Zärtlichkeit? Sehr viele Menschen verschließen sich davor, wie ist es mit dir? Hast du schon darüber nachgedacht? Nun, wie es auch immer es sein mag, ich glaube, in vielen Menschen steckt -wie auch Gefühle- eine Zärtlichkeit.

Man muss sich nur Mühe geben, und versuchen, denjenigen zu verstehen. Ich glaube, Zuneigung hat, so wie die Geborgenheit ihren Ursprung im Vertrauen, in Anlehnung an es. Da gibt es vieles, was man sagen kann, doch man versteht es nicht immer sofort. Was denkst du darüber?

Die Geborgenheit, die immer einen großen Teil Wärme in sich hat, sie ist es, die einem ein Gefühl übermittelt, das Vertrauen erzeugt. Sie wirkt von ganz allein aus einem heraus auf einen anderen Menschen. Sie schafft eine gewisse Verbindung zwischen den Seelen derjenigen, die sich treffen, doch es ist nur eine hauchdünne Verbindung, die man aber sofort empfindet. Auf solch eine Empfindung warte ich, auf einen Menschen, der dies in mir erzeugt.

Ich glaube, ich spüre eine solche Ausstrahlung sofort, es gibt einem ein Gefühl eines leichten, glücklichen Herzens in der Nähe dieses Menschen. Ich hoffe, ich treffe noch einen solchen Menschen, ich hoffe, und ich warte, bis ich den richtigen empfinde.

Rück-Fall (aus: Texte für Kirsten, 1980)

Rück Fall

mies-vandenbergh

Ein Tag geht seinem Ende zu, nicht gerade ein schöner. Es regnet. Nichts hat sich verändert, alles ist, wie es gestern war. Alles nimmt seinen Lauf. Ich sehen einen Regenbogen. Schön. Doch er verbirgt nicht das Übliche. Was soll ich tun? Ich denke nach. Ich denke an dich, ich sehe dich vor mir, wie du bist. Ich sehe deine Augen, deinen Mund, dein Gesicht, deine Haare, DICH.

Es ist hier so einsam, so leer. Plötzlich, etwas holt mich in die Gegenwart zurück. Alles nimmt wieder seinen Lauf. Ich versuche irgend etwas zu machen, aber mir will nichts einfallen. Dann, ich falle wieder in meine Gedanken zurück. Schön. Ich freue mich darüber. Erneut denke ich an dich. Du stehst vor mir, mit deiner ganzen Schönheit, mit deiner Faszination.

Ich stelle mir vor, du wärest hier. Ich möchte dir viel sagen, mein Kopf ist voller Gedanken. Nun wäre ich bereit, dir alles zu sagen. Aber sobald du vor mir stehst, ist es, als wäre mein Kopf total konfus.

Ich kenne dieses Gefühl. Ich würde dir gerne davon etwas geben. Ob du davon ahnst? Du siehst mich oft an, so wie ich es mache. Möchtest du es erfahren? Ist es nicht schön zu erfahren, dass ein anderer Mensch viel für dich empfindet? Ich würde dir gerne einen Teil der Wäre geben, die ich empfinde, wenn ich an dich denke, dich fühle. Ich sehne mich nach dir, ich rufe dich, doch kannst du mich hören?